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Gebiet Weierwisen Wil

Status Quo

Der heutige Zustand des Gebiets Weierwisen ist aus unserer Sicht in mehrfacher Hinsicht unbefriedigend. Die folgenden Texte beschränken sich auf eine sachliche Beschreibung der Situation. Eine Wertung aus unserer Perspektive resp. die Beschreibung der von uns geforderten Veränderungen sind in der Rubrik "Ziele" zu finden.

Gewässer

Krebsbach

Von Osten nach Westen fliesst der Krebsbach als verbindendes Landschaftselement durch den Grünraumkorridor Stadtweier-Weierwisen. Sein Quellgebiet liegt bei der Langegg oberhalb von Rossrüti. Der Bach durchquert den Dorfkern und vereinigt sich mit dem Furtbach, welcher am Hasenlooweiher entspringt. Anschliessend verläuft er in einem Kanal entlang der Konstanzerstrasse, unterquert diese und erreicht das Gebiet Weierwisen. Westlich des Stadtweiers verschwindet er in einem unterirdischen Kanal und tritt erst am anderen Ende des Stadtzentrums, an der Churfirstenstrasse, wieder zu Tage. Aufgrund der vielen Landwirtschaftsflächen im Einzugsgebiet weist der Krebsbach vermutlich eine hohe Nährstoffkonzentration auf. Die IG Weierwisen hat zudem den Hinweis erhalten, dass im Quellgebiet Altlasten vorhanden sein könnten. Auf die Hochwasserschutzproblematik wird in einem separaten Abschnitt (s.u.) eingegangen.

Krebsbach Weierwisen

Der Krebsbach ist das prägende Landschaftselement im Gebiet Weierwisen.

Stadtweier

Abgesehen vom Krebsbach sind die heute vorhandenen Oberflächengewässer im Gebiet Stadtweier-Weierwisen künstlichen Ursprungs. Der idyllische Stadtweier im Westen (s. Karte Gewässer, Nr. 5) wurde im Mittelalter angelegt. Bis Ende der 1990er Jahre existierte ein Zufluss aus dem Krebsbach und es ergaben sich deswegen immer wieder Probleme mit der Wasserqualität. Heute wird der Stadtweier ausschliesslich mit Quellwasser vom Hofberg gespeist. Der letzte grössere bauliche Eingriff erfolgte im Jahr 2003 mit der Neugestaltung des Südufers und der Weierstrasse. In ökologischer Hinsicht ist der Stadtweier von Bedeutung als Lebensraum für verschiedene Wasservögel, Fische, Amphibien usw.

Stadtweier Herbstidylle

Herbstidylle am Wiler Stadtweier.

Flutungsfläche auf der Reitwiese

Der Weiher auf der Reitwiese (s. Karte Gewässer, Nr. 6) dient im Winter als Eislauffläche. Im Sommer ist er nur während der Reitturniere gefüllt. Da der Zufluss aus dem Krebsbach erfolgt, kommt es auch hier zur Algenbildung, wenn das Wasser länger steht.

Breitenlooweiher

Das Retentionsbecken im Breitenloo (s. Karte Gewässer, Nr. 7) wurde Ende der 1990er Jahre angelegt. Als Versickerungsanlage für Meteorwasser sollte es eigentlich nur temporär Wasser führen, weist aber einen konstanten Wasserpegel auf und wird deshalb auch als Breitenlooweiher bezeichnet. Das Gewässer wurde nach der Anlage rasch von Amphibien, Enten, Libellen usw. besiedelt. Aufgrund des hohen Nährstoffeintrags und den daraus resultierenden Pflanzenwucherungen drohte das Gewässer rasch zu verlanden. Dies konnte u.a. dank jährlichen Pflegeaktionen, an denen sich auch die IG Weierwisen beteiligte, verhindert werden. Seit 2010 scheint sich das Pflanzenwachstum zu normalisieren, was vermutlich damit zusammenhängt, dass Flächen im Einzugsgebiet überbaut wurden und nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden.

Breitenlooweiher

Aufgrund des hohen Nährstoffeintrags weist der Beitenlooweiher ein starkes Pflanzenwachstum auf.

Hochwasserschutz

Über die heutige Obere Weierwise mit der Reitwiese, der Badeanstalt und den landwirtschaftlich genutzten Flächen erstreckte sich einst der historische Obere Weier (s. Geschichte). An diesen Zustand fühlt man sich von Zeit zu Zeit erinnert, denn die Obere Weierwise dient als Retentionsfläche für den Krebsbach: Wenn dieser Hochwasser führt, tritt er im Gebiet Weierwisen über die Ufer. Dadurch wird verhindert, dass die Kapazität des unterirdischen Kanals, in welchem der Bach unter dem Stadtzentrum hindurch fliesst, überschritten wird. Durch die Überlutung der Oberen Weierwise werden also Hochwasserschäden im Stadtzentrum verhindert. Allerdings funktioniert die Retention nicht optimal, denn an der Reithalle sowie an Gebäuden im Breitenloo hat der Krebsbach schon mehrfach Hochwasserschäden verursacht. Eine Lösung dieser Problematik wird von den Behörden zur Zeit nicht als dringlich erachtet. Ein Hockwasserschutzprojekt für den Krebsbach wird von der Stadt Wil für das Jahr 2016 in Aussicht gestellt.

Krebsbach Breitenloo

Kanalisierter Abschnitt des Krebsbaches im Breitenloo (s. Karte Gewässer, Nr. 3). In diesem Bereich bestehen bei Hochwasser Kapazitätsprobleme.

Übersichtskarte Gewässer

Karte Gewässer

Nutzung und Bauten

Planerische Aspekte

Der gesamte Grünraumkorridor Stadtweier-Weierwisen ist im Zonenplan als Grünzone ausgeschieden und damit vor Überbauung geschützt. Trotz der einheitlichen Zoneneinteilung werden die einzelnen Teilbereich heute sehr unterschiedlich genutzt. Die verschiedenen Nutzungsinteressen sind mangelhaft aufeinander abgestimmt und geben zu Konflikten Anlass. Im Stadtentwicklungskonzept ist auch von "Nutzungsdefiziten" die Rede. Der Richtplan der Stadt Wil sieht deshalb die Erarbeitung eines Nutzungs- und Gestaltungskonzepts für den Raum Stadtweier-Weierwisen vor und der Stadtrat hatte dieses Vorhaben in seine Legislaturziele 2009-2012 aufgenommen. Inzwischen wurde es jedoch auf die Jahre 2017/18 vertagt.

Park am Stadtweier

Das Areal rund um den Stadtweier (s. Karte Nutzung und Bauten, Nr. 1) ist als Stadtpark gestaltet und wird als Naherholungsraum insbesondere während der Sommermonate rege genutzt. Der Spielplatz, das Geissengehe und der Ententeich ziehen vor allem Familien mit kleinen Kindern an, während bei älteren Jugendlichen speziell die Jugendfischerei und die Skate-Anlage auf Interesse stossen. Ebene, asphaltierte Wege machen die Parkanlage auch für ältere und gehdienterte Menschen nutzbar. Die grosse Rasenfläche zwischen Weier und Damm wird für sportliche Aktivitäten und als Liegewiese genutzt. Sie dient auch als Austragungsort für Veranstaltungen, inbes. für das jährlich im Juni stattfindende Open Air "rockamweier". Die zunehmende Inanspruchnahme des Stadtparks für emmissionreiche Veranstaltungen stösst nicht bei allen Anwohnenden auf Gegenliebe. So gingen gegen die für Sommer 2011 geplanten Freilicht-Aufführungen "Idda von Toggenburg" 33 Einsprachen ein, weshalb die Veranstalter schliesslich einen anderen Durchführungsort ins Auge fassten. Die IG Weierwisen hatte sich an diesem Einspracheverfahren beiteiligt.

Stadtweier Hofspektakel

Der Park am Stadtweier dient auch als Austragungsort Veranstaltungen, hier das Zeltlager im Rahmen des "mittelalterlichen Hofspektakels" im Jahr 2008.

Reitwiese

Eine ungefähr quadratische Fläche direkt östlich des Weierdamms wird von der Stadt Wil an den Reitklub verpachtet und von diesem als Turnierplatz genutzt (s. Karte Nutzung und Bauten, Nr. 2). Die Reitwiese steht den Mitgliedern des Reitklubs zudem für Trainingszwecke zur Verfügung, wobei diese Nutzung nicht sehr intensiv ist. Teile des Areals stehen im Sommer den Besuchern der Badeanstalt als Parkfläche zur Verfügung. Auch auf der Reitwiese hat die Stadt Wil in den letzten Jahren neue Grossveranstaltungen wie die 1.-August-Feier angesiedelt. Die Problematik hinsichtlich der mangelnden Aktzeptanz seitens der Anwohner ist dieselbe wie am Stadtweier. Die Reithalle, südlich der Reitwiese gelegen, befindet sich im Besitz des Reitklubs. Auf die Retentionsfunktion der Oberen Weierwise und die Hochwasserschäden an der Reithalle wurde im Abschnitt Gewässer hingewiesen.

Badeanstalt

Nördlich der Reitwiese, auf der anderen Seite des Krebsbaches, befindet sich die städtische Badeanstalt Weierwise (s. Karte Nutzung und Bauten, Nr. 3). Diese ist abgezäunt und nur von der Weierwisenstrasse, d.h. von Norden her, zugänglich. Sie ist deshalb nicht unbedingt als funktionaler Bestandteil des Grünraums Stadtweier-Weierwisen zu betrachten.

Stadteigene Landwirtschaftsflächen

Die östlich an die Reitwiese angrenzende Fläche befindet sich ebenfalls im Eigentum der Stadt Wil und wird als Wiesland an einen Landwirt verpachtet (s. Karte Nutzung und Bauten, Nr. 4). Auch hier bestehen Nutzungskonflikte, zumal die Wiesenflächen zunehmend von Spaziergängern in Anspruch genommen werden. Streitpunkt ist insbesondere die intensive Düngung und deren Einfluss auf die Vegetation sowie die Gewässer. Teilgebiete der Landwirtschaftsflächen dienen ausserdem als Parkfeld während der Pferdesportanlässe des Reitklubs.

Private Landwirtschaftsflächen

Ganz im Osten des Grünraumkorridors, im sogenannten Breitenloo, befinden sich einige Grünzone-Parzellen noch in Privatbesitz (s. Karte Nutzung und Bauten, Nr. 5). Diese sind ebenfalls landwirtschaftlich verpachtet. Im Gegensatz zu den Flächen der Stadt, welche ausschliesslich als Mähwiesen genutzt werden, dienen sie auch als Weideland.

Unüberbaute Bauparzellen

In unmittelbarer Umgebung der Oberen Weierwise befinden sich drei eingezonte Areale, die noch nicht überbaut sind: Auf dem länglichen Grundstück an der Konstanzerstrasse, Höhe Klosterhügel (Karte Nutzung und Bauten, Nr. 6) ist die Überbauung "Obere Weierwise" geplant. Eine wichtige Forderung der IG Weierwisen - ein Fussweg vom Klosterhügel in die Grünzone, wurde im Gestaltungsplan berücksichtigt. Weiter östlich an der Konstanzerstrasse befindet sich das Grundstück "Alte Gerbe" (Karte Nutzung und Bauten, Nr. 7). Auf diesem WG3-Grundstück befindet sich zur Zeit eine alte Scheune mit einem Hühner- und einem Schweinegehege. Die IG Weierwisen schlägt auf dieser Parzelle die Errichtung einer Primarschule vor, siehe Link unten. Im Norden der Oberen Weierwise befindet sich die Siedlung Neualtwil, welche erst teilweise realisiert ist. Die Baulücke (Karte Nutzung und Bauten, Nr. 8) zwischen den bestehenden Siedlungsteilen soll mit einem neuen Gestaltungsplan geschlossen werden.

>>> Projektvorschlag Schule Breitenloo vom 15.08.2012 (PDF) <<<

Übersichtskarte Nutzung und Bauten

Karte Nutzung und Bauten

Verkehr

Übersichtskarte Verkehr

Karte Verkehr



Last Update: 05.10.2017